Solarstromperspektiven für Niedersachsen

Wir haben Anfang Juni 2019 an der Fachtagung „Solarstromperspektiven für Niedersachsen“ in Hannover teilgenommen – uns sind guter Laune von der Tagung nach Hause gefahren. Denn die vortragenden Experten – allen voran Rolf Brendel, Leiter des Instituts für Solarforschung in Hameln, machten den Teilnehmern Mut: Es stecke noch viel Entwicklungspotenzial in der Solarenergie. Sowohl was die Weiterentwicklung der Technik angehe, als auch bei den verfügbaren Flächen sei noch viel Luft nach oben.

Erfreulich auch die Einschätzung des Referenten Enno Wieben, bei der EWE Netz in Oldenburg tätig als Entwicklungsleiter Energiesysteme. Er sieht die Netze als belastbar an, auch mit dem unregelmäßig gelieferten Strom aus erneuerbaren Energien fertig zu werden, und stellte dar, dass Technik, die noch vor wenigen Jahren als nicht umsetzbar galt, heute schon selbstverständlich sei.

Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), das der Umsetzung der Energiewende einst den entscheidenden Impuls gegeben hatte, wurde von den Fachleuten inzwischen teilweise als Hemmschuh ausgemacht – zu detailversessen, zu kompliziert, mit Einzelregelungen, die den Ausbau der Erneuerbaren eher behindern als fördern. Die Tagungsteilnehmer sprachen über Chancen und Hemmnisse der Solarenergie, den politischen Willen und die wirtschaftlichen Potenziale, die Kombination von Wind und Sonne und den Einsatz von Speichern. Es war ein reger Austausch, zu dem die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN), die den Tag organisiert hatte, jetzt jährlich einladen will.

Die mehr als 120 Fachleute und Teilnehmer demonstrieren bildlich, dass die Deckelung des PV-Ausbaus „weg“ muss (Foto: Ulrich Pucknat; Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies vorne, linke Mitte). Nach heutigem Stand endet die Einspeisevergütung für Solarstrom 2020/2021 – dann werden 52 Gigawatt Photovoltaik in Deutschland installiert sein, und nur bis zu diesem Ausbauziel ist die Einspeisevergütung zugesagt. Das Bundeswirtschaftsministerium hat bisher keine weitere Regelung getroffen, so dass der Solarstrom-Ausbau erneut ins Stocken geraten könnte. Der Bedarf an Strom aus Photovoltaik liegt jedoch um ein Vielfaches höher, damit die Klimaschutzziele erreicht werden können.