Kleine Bürger-Energiegenossenschaften chancenlos

Einerseits will das Bundeswirtschaftsministerium die Vielzahl der Ökostrom-Anbieter erhalten, andererseits plant die Bundesregierung Änderungen, die nach Aussage des Chefs des Bündnisses Bürgerenergie [Das Bündnis Bürgerenergie ist ein Zusammenschluss von über 100 Genossenschaften und anderen Gesellschaften, Unternehmen und Einzelpersonen.], Thomas Banning, zu einem Sterben kleiner Anbieter führen wird.

Politiker aller Parteien engagieren sich für die dezentrale Energieversorgung und für Bürgergenossenschaften, doch die Regierung stützt in erster Linie die großen Konzerne wie Eon, RWE und Co. „Wir haben beim Strom Überkapazitäten, und die Konzerne haben zu lange auf Kohle und Atom gesetzt. Sie verlieren Umsatz, müssten eigentlich noch schneller Kraftwerke stilllegen, und die Regierung eilt ihnen zu Hilfe.“ sagt Banning in der Frankfurter Rundschau.

Das Wirtschaftministerium will weg von festen Stromvergütungen. Auch sollen bei neuen Ökostrom-Projekten Ausschreibungen Pflicht werden, um durch Billiganbieter die Kosten senken zu können. Doch kleine Genossenschaften können es sich nicht in einen solchen Wettbewerb mit Großkonzernen begeben, da ihnen bei diesem Verfahren erhebliche Vorlaufkosten entstehen, die sie nicht einfach wegstecken können. Bei Test-Ausschreibungen für Solarkraftwerke hat laut Banning kein einziger von den kleineren Anbietern einen Zuschlag bekommen.
Diese geplanten Maßnahmen machen die dezentralen Stromgewinnung kaputt. Die Großkonzerne sind laut Banning weiterhin wichtig, aber sie sollten sich auf Großprojekte wie Offshore-Windparks konzentrieren.

Das Bündnis Bürgerenergie setzt sich dafür ein, dass nur größere Anlagen über 10 Megawatt Leistung ausgeschrieben werden müssen und kleinere Anlagen weiterhin eine möglichst niedrige, aber fest kalkulierbare Vergütung erhalten.
Quelle: Frankfurter Rundschau vom 24.09.2015

Runder Tisch mit Energiegenossenschaften aus der Metropolregion Hamburg

Im Oktober kamen auf Einladung der Elbe Heide eG fünf Bürger-Energiegenossenschaften aus den Landkreisen Harburg, Stade, Hamburg und Lüneburg zusammen, um über eine gemeinsame Vernetzungsplattform zu beratschlagen. Die Energiegenossenschaften aus dem Großraum Hamburg möchten zukünftig ihre Zusammenarbeit intensivieren und auch gemeinsam Projekte entwickeln. Durch die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist es für Energiegenossenschaften zunehmend schwerer […]

Wachstumstrend der Energiegenossenschaften ungebrochen

Aktuelle Erhebung zeigt: 888 Energiegenossenschaften engagieren sich für Erneuerbare Energien

Energiegenossenschaften erfreuen sich bei den Bürgerinnen und Bürgern weiterhin großer Beliebtheit. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung des Klaus Novy Instituts hervor. Ende 2013 engagierten sich demnach 888 Energiegenossenschaften für den Ausbau Erneuerbarer Energien. Damit stieg der Bestand gegenüber 2012 um 142.

„Im Durchschnitt wird jeden dritten Tag irgendwo in Deutschland eine Genossenschaft gegründet, die den Bau und den Betrieb von Solar- und Windenergieanlagen oder von regenerativen Heizsystemen zum Ziel hat“, sagt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). „Ein entscheidender Grund für den Boom der Bürgerenergie ist die Investitionssicherheit, welche dank der festgelegten Vergütungssätze und des Einspeisevorrangs für regenerative Energieanlagen besteht“, so Vohrer. Der positive Wachstumstrend der Energiegenossenschaften ist seit etwa sechs Jahren zu beobachten und geht seitdem stetig voran.

Die Erhebung untersucht auch die regionale Verteilung der Energiegenossenschaften nach Bundesländern. Dabei zeigt sich, dass die großen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen beim reinen Bestand ganz vorne sind. Mit 237 Energiegenossenschaften sind die Bayern im Ländervergleich die aktivsten „Energiebürger“ – Baden-Württemberg und Niedersachsen folgen. Die dynamischste Entwicklung weist jedoch Thüringen auf. Im Vergleich zu 2012 wuchs die Anzahl der Energiegenossenschaften hier um 70 Prozent.

„Energiegenossenschaften bieten den Menschen eine meist regional verankerte und zudem sichere Möglichkeit, das eigene Geld sinnvoll und ökologisch anzulegen. Außerdem können sich die Bürgerinnen und Bürger schon mit einem geringen Beitrag beteiligen und sich beim Umbau der Energieversorgung vor Ort aktiv einbringen“, so Vohrer zur Entwicklung des Bürgerengagements im Energiesektor.

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Quelle:
Benjamin Dannemann
Agentur für Erneuerbare Energien e.V.
Berlin, 06.02.2014
Weiter Informationen: www.foederal-erneuerbar.de und www.kommunal-erneuerbar.de.

Gründungs-Boom bei Energiegenossenschaften für Erneuerbare Energien

Energiegenossenschaften spielen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien eine immer
bedeutendere Rolle. Dies belegt eine neue Umfrage des Deutschen Genossenschafts- und
Raiffeisenverbands e.V. (DGRV). Für das Jahr 2012 registrierte der DGRV einen Zuwachs
um 150 auf nun mehr als 650 Genossenschaften, die die Erzeugung und Verteilung von
Strom und Wärme aus Erneuerbarer Energien betreiben. Die Zahl der genossenschaftlich
organisierten Mitglieder wuchs im selben Zeitraum um 67 Prozent auf 136.000.
Privatpersonen machen mit 92 Prozent den mit Abstand größten Anteil Mitglieder aus.
Die Umfrage zeigt die Genossenschaften nicht nur als eine beliebte und relativ einfach
aufzubauende Form aktiver Bürgerbeteiligung in der dezentralen Energieversorgung,
sondern auch deren Leistungsfähigkeit. So beläuft sich etwa deren deutschlandweite
Stromproduktion auf rund 580.000 Megawattstunden (MWh), was rechnerisch dem Bedarf
von 160.000 Durchschnittshaushalten entspricht. Daneben geben betriebswirtschaftliche
Daten wie der hohe Eigenkapitalanteil von rund 50 Prozent einen detaillierten Einblick in
das solide Innenleben von Energiegenossenschaften.
Mehr als die Hälfte der nach ihren weiteren Investitionsvorhaben und neuen Tätigkeitsfelder
befragten Energiegenossenschaften geben an, dass sie den selbsterzeugten Strom aus
Biomasse, Wind & Co. auch regional vermarkten wollen. In diesem Zusammenhang zeigt
sich insbesondere, dass aus Sicht der Energiegenossenschaften eine Kooperation mit den
örtlichen Stadtwerken von großer Bedeutung ist, ebenso wie die Abschaffung bestehender
gesetzlicher Hindernisse.
Mehr lesen: Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV): Ergebnisse der Umfrage

Bürgersolarkraftwerke Rosengarten eG erwerben Anteile an Holz-Herbst-PV-Anlage

10.4.2013 Vertragsunterzeichnung
Zukunftsgenossen Vertragsunterzeichnung Von links: Unser Vorstandsvorsitzender Klaus Meyer-Greve, Aniko Hauch, Vorstandsvorsitzende der Zukunftsgenossen, und Norbert Stein vom Bürgersolar-Vorstand.

Um schneller neue Projekte zu realisieren, kooperieren die Genossenschaften Bürgersolarkraftwerke Rosengarten eG und die Zukunftsgenossen eG.
Da von uns zur Zeit kein Neuanlage realisiert werden kann, beteiligt sich die Genossenschaft Bürgersolarkraftwerke Rosengarten an einer seit März 2012 bestehenden Holz-Herbst-Anlage im Raum Lüneburg.
Diese Anlage wurde von der Genossenschaft Zukunftsgenossen realisiert und vorfinanziert.
Durch den Kapitalzufluss kann diese Genossenschaft schneller ihre Kredite ablösen und neue Projekte umsetzen. Unser Vorteil: das eingesetztes Kapital erwirtschaftet Erträge noch zu einer höheren Einspeisevergütung als es bei heutigen Neuanlagen der Fall wäre.

One man one vote


Bürgersolar-Vorstand Stefan Lübben diskutiert über Genossenschaften


Genossenschaften sind eine zukunftsträchtige Organisationsform bürgerschaftlichen Engagements. Darin waren sich alle Teilnehmer einer Diskussionsveranstaltung am 7. Dezember in der Werkstatt 3 In Hamburg-Altona einig. Am runden Tisch saßen neben Bürgersolar-Vorstand Stefan Lübben der Geschäftsführer von STATTBAU/Schanze eG Tobias Behrens, Sören Fenner von WIESE, Initiative für ein theatrales Produktions- und Bildungszentrum und Ulrike Sitte von der Gängeviertel-Genossenschaft. Moderiert wurde die Runde von Karin Heuer von umdenken/Heinrich-Böll-Stiftung und Heike Breitenfeld von KEBAP e. V.

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Runder Tisch in der Werkstatt 3.

KEBAP steht für „Kultur Energie Bunker Altona Projekt“ und war Anlass für die Diskussion über Genossenschaften. Denn KEBAP ist bislang ein Verein, hat aber vor, das Projekt 2013 als Genossenschaft weiter zu führen.

Konkret geht es um einen Weltkriegs-Bunker in der Schomburgstraße in Altona, in dem künftig ein Biomasse-Kraftwerk Wärme erzeugen soll. Die Erlöse aus dem Wärmeverkauf sollen den Kulturteil des Projekts mitfinanzieren. Geplant sind unter anderem Räume für Musiker und Stadtteil-Initiativen, eine Filmwerkstatt und eine Kantine – auf dem Dachgarten sollen Kräuter und Gemüse fürs Essen selbst gezogen werden.

Stefan Lübben, Vorstandsmitglied der Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten eG, verhehlte nicht, dass er die Idee „Energie subventioniert Kultur“ für ambitioniert hält. Lübben verwies auf die jüngste Reduzierung der Einspeisevergütung im „Erneuerbare Energien Gesetz“ (EEG), die es den Erzeugern zunehmend schwer mache, Anlagen wirtschaftlich zu betreiben. „Bei der Photovoltaik sei mehr als ein Prozent Rendite gegenwärtig kaum realistisch“, sagte Lübben.

Auch Rosengarten müsse sich etwas einfallen lassen, wenn die Genossenschaft weiter wachsen wolle. „Denkbar ist ein Einstieg in die Windkraft oder Modelle, die auf den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms ausgerichtet sind“, sagte der Rosengarten-Vorstand. Ein konkretes Vorhaben der Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten sei zurzeit eine Kooperation mit den „Zukunftsgenossen“ in Lüneburg, die in der Heidestadt Solaranlagen planten.

Die Genossenschaft als Organisationsmodell für Projekte aus Bürgerhand sieht auch Lübben positiv. Die Rosengartener Genossenschaft sei auf rund 150 Mitglieder gewachsen, nur einen Austritt habe es seit der Gründung im Jahr 2008 gegeben. „Allerdings ist das Engagement sehr ungleich verteilt, bei uns arbeiten etwa zehn Mitglieder aktiv mit“, sagte Lübben. Eine Hürde seien bei Genossenschaften auch die aufwändigen regelmäßigen Prüfungen durch den Genossenschaftsverband, die zudem viel Geld kosten.

Tobias Behrens von STATTBAU/Schanze eG – eine Dachgenossenschaft von Wohnprojekten – verwies darauf, dass die Reform des Genossenschaftsgesetzes 2006 die Gründung von Genossenschaften erleichtert habe. Das sei ein Grund dafür, dass das Betätigungsfeld breiter sei als früher und nun eben auch die Bereiche Energie und Kultur umfasse. „Wichtig ist jedenfalls, dass das Geschäftsmodell stimmt. Genossenschaften sind keine gemeinnützige Einrichtungen.“, sagte Behrens.

Die Mitwirkungsmöglichkeiten in Genossenschaften hängen nicht vom eingezahlten Geld ab. „One man, one vote“ – dieses demokratische Teilhabeprinzip der Genossenschaften passt besonders für Initiativen von Bürgern, die regional Energie selbst erzeugen wollen. Das Modell passt auch, wenn man Nahrung herstellen oder Kultur schaffen will. Das betonten nicht nur Behrens, sondern auch die Vertreter der Kulturprojekte „Gängeviertel“ und WIESE, einer Initiative von Theaterleuten, die in Hamburg-Barmbek künftig eine Fabrikhalle übernehmen wollen.

So konnten sich am Ende des Abends, an dem sich auch das Publikum rege beteiligte, die Leute von KEBAP durchaus ermuntert fühlen, die Genossenschaftsgründung anzugehen. 2012 war das „Jahr der Genossenschaften“, ausgerufen von den Vereinten Nationen. Viele haben das nicht bemerkt. „Genossenschaften neigen zum Understatement“ – auch darin war man sich in der Werkstatt 3 einig.

Open House am Netz

Juli 2011
Anlage auf dem Open House am Netz
Ehrenamtlicher Vorstand meistert Kraftakt – Open House „läuft“

Solarmodule auf dem Open House

Vorstandsmitglied Norbert Stein hat unzählige Stunden in die Realisierung unserer Solaranlage Open House gesteckt – und sollte er jemals Höhenangst gehabt haben, dürfte er inzwischen abgebrüht sein. Denn die Anlage befindet sich auf einem Wohnblock mit 44 Miet- und Eigentumswohnungen und somit in luftiger Höhe. Aber auch für die anderen Vorstandmitglieder war es eine Mammutaufgabe, schließlich erreichen die beiden vorherigen Anlagen nicht annähernd die Größe, wie sie auf dem Open House realisiert wurde. Aber egal: Ende gut, alles gut!

Richtfest der Wohnanlage Open House

März 2011:
Bürgersolarkraftwerke werben für ihre Sache

Richtfest Open House

Am 3. März hatten die Beteiligten des Projekts „Open House“ in Wilhelmsburg – die Stadtentwicklungsgesellschaft steg, die Baugenossenschaft Schanze eG, die Baugemeinschaft Schipperort sowie die Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten eG – zum Richtfest eingeladen. Für uns beginnt damit die heiße Phase für die Realisierung unserer dritten und bisher größten Solaranlage, und zwar auf dem Y-Dach des „open House“ in der Dierksstraße 1a-3.

Das Projekt umfasst insgesamt 44 Miet- und Eigentumswohnungen sowie einen Gemeinschaftsraum und bietet so rund 3.750 Quadratmeter Wohnfläche. Gemeinsam statt nebeneinander wohnen ist Anspruch der Kooperationspartner und künftigen Bewohner. Die Bewohner – Eigentümer und Mieter – haben sich für den Bau eines Plus-Energiehauses entschieden. Dieses Vorhaben soll mit unserer Anlage auf dem Dach realisiert werden.

Das moderne Heizsystem besteht aus zwei Blockheizkraftwerken, die über Kraft-Wärme-Kopplung Warmwasser und Strom erzeugen. Als Brennstoff wird ein hoher Anteil eines Biogases eingesetzt, das besonders umweltfreundlich ist. Das Haus wird durch hohe Dämmung der Wände, Dreifach-Verglasung der Fenster, Ausrichtung nach Süden und durch eine Lüftungsanlage, die mit Wärmerückgewinnung kombiniert ist, einen Passivhausstandard erreichen.

Innovativ ist der energetische Standard, ein „Passiv-Haus Plus“ mit aufgeständerter Photovoltaikanlage, das mehr Primärenergie erzeugt als die Bewohner benötigen werden. Die Bürger-Solarkraftwerke eG wollen das Dach – so, wie auch bei den beiden vorherigen Anlagen erfolgt – mit umweltfreundlichen Silizium-Modulen bestücken. Bis zum 30. Juni soll die Anlage an das Stromnetz angeschlossen werden.strong

Trommeln für das „Open House“

Mai 2010
Erste Aktion zur Mitgliedergewinnung in Wilhelmsburg

Infostand auf einem Wochenmarkt in Wilhelmsburg

Gemeinsam mit der Genossenschaft „Schipperort“ haben wir auf Wochenmärkten in Wilhelmsburg bereits die Werbetrommel für unsere Photovoltaik-Anlage auf dem „Open House“ gerührt. Außerdem wurde das Projekt im Bürgerhaus Wilhelmsburg näher vorgestellt. Sowohl IBA-Vertreter als auch die zukünftigen Bewohner des Hauses, die am Bau Beteiligten und wir selbst stellten uns vor. Für Informationen über den Klimawandel sorgte der bekannte Klimaforscher Prof. Hartmut Graßl, ehemaliger Leiter des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg. Einige Besucher zeichneten schon Anteile. Dafür ein großes Dankeschön!

Bürger-Solarkraftwerke stellen sich vor

Februar 2010
Infostand beim Tag der offenen Tür der IBA

Infostand auf dem IBA-Dock

Am Sonnabend, den 27.02.2010 fand die Vorstellung des neuen Projektes “Bürger-Solarkraftwerk Open House” statt. Unser Vorstand war mit einem Infostand beim Tag der offenen Tür im IBA – Dock dabei.